Schiedsrichter 2011
Champions 2011 und 2014

Die nächsten Termine:

Gartentreff in Schkeuditz am 31. August 2019

Weihnachtsbier im Dezember 2019, Termin noch offen

Unsere Reise 2019 fand statt vom 1. Mai bis 5. Mai nach Friedrichroda Hotel Spiessberghaus, hier der Link

http://www.spiessberg.de/

Mai 2011 in Königstein, erstmals an einem Knobelabend sechs Gleiche, die Vieren, und das gleich zwei mal an einem Abend.

2014 in Bad Driburg, die Geschichte wiederholt sich. Die gleichen Könner, diesmal die Dreien und die Sechsen.

An den Rest der Knobelrunde....., verliert nicht den Mut!

Eine größere Ansicht

der Bilder gibt es hier!

Empor HO

Es begann für mich 1970. Nach einigen Jahren bei „Pädagogik Halle“, lotste Klaus-Peter Seidig mich und Jürg Schaper mit verlockenden Angeboten zur TSG Trotha. Die Verlockung bestand aus ständig vorhandenem warmem Wasser zum Duschen im Elektrizitätswerk gegenüber dem Sportplatz, einer Sportlerkneipe, einem Handgeld über dessen Höhe ich schweige, und den vorhandenen Aufstiegsmöglichkeiten.

Zu dieser Zeit waren in Trotha bereits Rainer Stroisch und Hartmut Vogel aktiv. Beide stammten vom Halleschen Fußballclub, dort aber nicht die Möglichkeit zur vollen fußballerischen Entfaltung sahen. Das größere Potential lag eindeutig beim Vorstadtverein Halle-Trotha. Nach einigen mehr oder weniger erfolgreichen Jahren in der 6. und 7. Spielklasse, klingt einfach besser als 2. oder 3. Kreisklasse, gab es diverse Gründe zum Platz- und Vereinswechsel. Wir mussten bis  Dezember 1973 die Platzanlage an der Brachwitzerstraße räumen. Grund war, dass das Kombinat VEB Energie die Fläche anderweitig nutzen wollte. Bis zum Ende der laufenden Serie 73/74 spielten wir als TSG Trotha noch als Gastmannschaft in Seeben. Da die Ortslage Seeben recht weit außerhalb der Stadt Halle lag und wir auf den sehr weiten Weg, ca. 1 Std. Fußmarsch vor und nach dem Spiel, keine Lust mehr hatten, wollten einige von uns aufhören. Die genauen Gründe sind mir nicht bekannt, aber vielleicht kann mich jemand aufklären, auch über das Jahr. Nach Bekannt werden der Auflösung der TSG Trotha gab es in und um ganz Halle großen Medienrummel. Wir Spieler, einige mehr oder weniger, konnten uns vor Angeboten anderer Vereine kaum retten. Der Gedanke eines Vereinswechsels aller damaligen Herrenspieler war schnell gefasst. Nur wohin? Grundgedanke, es sollte ein zentraler Platz sein, den alle Spieler mit der Straßenbahn (ja wir fuhren damals mit der Straßenbahn zum Spiel) schnell und günstig erreichen konnten. Auf die Vereine Pädagogik Halle oder Empor HO, beide spielten in den Franckeschen Stiftungen, fiel unsere Wahl und es wurden Sondierungsgespräche geführt.

Am Tag unseres Eintreffen waren beide Vereine vor Ort. Ausschlaggebend für die Entscheidung Empor HO war unser Mitspieler Bernd Kiel genannt Schimmel. Er war zu diesem Zeitpunkt bereits Übungsleiter einer Frauenmannschaft bei Empor HO, bei der im Übrigen drei seiner Schwestern spielten. Da wir aber ein gut funktionierendes Team waren, entschlossen wir uns zum gemeinsamen Übertritt zu Empor HO Halle. Also trabten wir hinter Schimmel her und spielte ab der Serie 1974/1975 für Empor HO. Für mich war ab sofort jedes Heimspiel zu Fuß zu erreichen. Die Spiele gegen Pädagogik waren ab diesem Zeitpunkt von besonderer Brisanz, da man uns die Entscheidung für HO nie verziehen hat.

So begann die Ära und der Mythos Empor HO.  

Die lukrative Lage innerhalb der Stadt Halle, der Stadionkessel, umgeben von hohen grasgrünen Wällen, und die umliegenden Häuserschluchten ließen ein Ambiente erahnen, dem man sich kaum verschließen konnte. Auch darf man das direkt am Sportplatz liegende Sportlerheim mit Bewirtung von Erni und Otto sowie dem Bierbeschaffer Mose (Mario Mosebach), mehrere Etagen hoch, wobei die oberen für die Sponsoren gedacht waren, nicht außer acht lassen.

Regelmäßig Erfolge und die deshalb notwendigen Siegesfeiern sprachen sich im Raum Halle natürlich wie ein Lauffeuer rum. Der Zuspruch zum Verein war überwältigend, wir konnten uns vor Anmeldungen kaum retten und können heute stolz sein, solch Fußballer wie Jürgen Novasadka, Norbert Schmidt und Rainer Pusch in unseren Verein integriert zu haben. Zu diesem Zeitpunkt kam ich bereits nicht mehr zu Fuß zum Spiel. Da ich meinen Hauptwohnsitz nach Schkeuditz  verlegt hatte, musste ich mit der Reichsbahn zum Training oder zu den Spielen fahren.

Natürlich haben wir nicht nur gefeiert und Nachwuchs gezeugt, nein, wir haben auch den Nachwuchs gefördert, entwickelt und bis zur Reife für die 1. Männermannschaft unter unsere Fittiche genommen, ich meine hier natürlich Alf Höpner.

Nach vielen erfolgreichen Jahren und Erfolgen bis zum Aufstieg in die 5. Spielklasse, ich erinnere an das Entscheidungsspiel bei Dynamo und an die legendäre Aufstiegsfeier im Puschkinhaus, entschlossen wir uns im Jahr 1987 zu einem Platzwechsel hin zur Natur, zu einem ideal in der Natur gelegenen Sportplatz auf der Peißnitz in Halle.

Der Entschluss war natürlich nicht ganz freiwillig. Querelen zwischen Vertretern (Hausmeister) der EOS “August Hermann Francke“ und unserem Verein gipfelten in skurrilen und einfach nicht zu glaubenden Begebenheiten. So stahl man uns im Sommer 1986 einen Querbalken des Tores, damals noch aus Holz bestehend, die so genannte Torlatte. Trotz Mangelwirtschaft in der DDR konnte innerhalb einer Woche, natürlich nur durch Beziehungen und Tauschware – Goldbrand gegen Holz – eine neue Querlatte besorgt und diebstahlsicher angebracht werden. Zum wochenendlichen Heimspiel, welch gewaltige Überraschung, war zwar die neue Latte noch da, aber nun fehlte die vom gegenüberliegenden anderen Tor. Unser Spiel gegen die TSG Kröllwitz musste daraufhin ausfallen. Kurze Zeit und mit zweiter Torlatte später, ein neuer Höhepunkt beim Kampf um unseren geliebten Sportplatz. Der Mittelkreis unseres Spielfeldes, immerhin mit einem Durchmesser von etwas mehr als 18 Meter, war wie in einem Schrebergarten, spatentief umgegraben. Als Absperrung dieser Fläche wedelte ein Flatterband und Hinweisschilder mit der Mitteilung, dass dies ein Versuchsfeld der UNI Halle wäre. Wieder konnte kein Spiel stattfinden.

Wir haben diesen Kampf gegen die Fr. Stiftungen letztendlich verloren. Dennoch geben diese überlieferten Anekdoten noch heute einen Anlass zu schmunzeln. Durch eigenes Bemühen und mit staatlicher Unterstützung erhielten wir die bereits erwähnte Platzanlage auf der Peißnitz.  

Nach dem verheerenden Hochwasser 1989, die Peißnitz lag 2,8 Meter unter Wasser, zogen wir noch einmal um. Mit dem Ende der DDR und der einhergehenden Auflösung eines linientreuen Vereins (Dynamo West), eroberten wir die Platzanlage auf dem Galgenberg.

Nach kurzer Zeit übernahm uns dann ein anderer, größerer Verein. Empor HO lag in seinen letzten Zügen und wurde durch den damals aufstrebenden Polizeisportverein geschluckt. Hier spielten der größte Teil meiner Mannschaftskollegen mehr oder weniger lange aktiv Fußball bis zum Karierende. Andere wurden Trainer und oben genannter Jürg Schaper ist noch bis zum heutigen Tag Schiedsrichter im Landesmaßstab.

Dort näherte sich dann nach einigen Jahren, dass biologisch bedingte langsame Ende als begnadeter Fußballspieler, der Geist war noch willig aber die Knochen nach all den strapaziösen Jahrzehnten, vor allem für die Abwehrspieler die ja immer 110 Prozent gaben, nicht mehr frisch genug für weitere Spielzeiten. Es ist kein Zufall, Alf sein Beinbruch, diverse Risse der Achillessehnen, die Abwehr war’s, die immer alles gab. So hat sich also aus meiner Sicht die Entwicklung vollzogen, von einem wöchentlichen Treff zum Fußballspiel, hin, zur einmal im Jahr stattfindenden Gartenfete, und seit einiger Zeit zum jährlichen Ausflug mit Frau und Partnerin.

Ich hoffe, es bleibt noch lange so, denn der Mythos Empor HO lebt weiter  


Meise, mit tatkräftiger Zuarbeit durch Schappi